Vier Impulsvorträge aus interdisziplinärer Perspektive
Kryptogamenökologie in der Arktis (Impulse 01)
Martin Grube — University of Graz, Austria
Abstract to be announced
Paläoökologische Archive in der Sermilik-Region (Impulse 02)
Petra Heinz — University of Vienna, Austria
Mikroorganismen wie Foraminiferen und Ostrakoden kommen in den Weltmeeren vor und sind wichtige Bestandteile mariner Ökosysteme. Ihre hohe Empfindlichkeit gegenüber Umweltveränderungen und die langfristige Erhaltung ihrer Gehäuse in Sedimenten machen sie zu aussagekräftigen Indikatoren und Archiven vergangener Meeresbedingungen. Dennoch sind Aufzeichnungen aus Ostgrönland rar. Wir haben kürzlich begonnen, Oberflächensedimente aus flachen Küstengewässern um die Sermilik-Station zu sammeln und zu analysieren, um eine Grundlage für die Erfassung der heutigen Foraminiferen- und Ostrakoden-Gemeinschaften zu schaffen. Zukünftig ist es wichtig, regelmäßige Probenahmen durchzuführen und tiefer liegende Sedimentkerne, auch aus dem tiefen Fjord, zu gewinnen, um hochauflösende paläoökologische Archive zu erstellen und rezente Veränderungen zu bewerten. Die Analysen konzentrieren sich auf Foraminiferen- und Ostrakoden-Gemeinschaften, die Erhaltung der Gehäuse, stabile Isotope und ergänzende sedimentologische Indikatoren. Diese Aufzeichnungen sollen die Variabilität der Wechselwirkungen zwischen Gletschern und Ozean vom Holozän bis heute dokumentieren, einschließlich Schmelzwasser- und Sedimentfrachten, wobei Verschiebungen in der Artenzusammensetzung und Isotopenexkursionen die Variabilität der Wassermasseneigenschaften widerspiegeln. Parallel dazu planen wir ein regelmäßiges Monitoring, um die gegenwärtige Dynamik und Variabilität zu quantifizieren. Die Paläoaufzeichnungen und das Monitoring werden gemeinsam die Empfindlichkeit des marinen Ökosystems von Sermilik gegenüber kryosphärischen Einflüssen aufklären und eine Grundlage für die Bewertung gegenwärtiger und zukünftiger Wechselwirkungen zwischen Ozean und Gletschern unter fortschreitender Erwärmung schaffen.
Unterstützung der Polarforschung durch Satellitenkommunikation und Umweltüberwachung (Impulse 03)
Cornelia Tieber-Hubmann — Graz University of Technology, Austria
Das Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation der Technischen Universität Graz gibt einen Überblick über seine aktuellen Forschungsaktivitäten in den Bereichen Satellitenkommunikation und Umweltmonitoring. Vorgestellt werden ausgewählte Projekte und technologische Ansätze, die Herausforderungen in den Bereichen Fernerkundung, Datenübertragung und Kommunikationsinfrastrukturen, insbesondere in abgelegenen Gebieten, adressieren. Darüber hinaus wird die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze hervorgehoben, insbesondere im Hinblick auf die Verbesserung der Monitoring-Kapazitäten und die Unterstützung zukünftiger Forschungsaktivitäten in arktischen Gebieten. Die Präsentation zielt darauf ab, Schnittstellen zwischen bestehender Expertise und den Bedürfnissen der Polarforschungsgemeinschaft aufzuzeigen.
SermilikT – Ausbildungszentrum für interdisziplinäre, transdisziplinäre und dekoloniale Forschung (Impulse 04)
Gertrude Saxinger — University of Graz, Austria
Die Zusammenarbeit zwischen Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und indigenen Gemeinschaften in der arktischen Forschung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dieser Ansatz fördert erstens wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Innovationen im Bereich komplexer Umweltphänomene und entspricht zweitens dem Wunsch indigener Völker nach einer Dekolonisierung der arktischen Forschung. Das Projekt SermilikT, das sich noch in der Planungsphase befindet, unterstützt die Beteiligten bei der Umsetzung gemeinsamer Forschungsprojekte und sucht aktuell nach Forschungspartnerschaften zu Themen, die für die Gemeinschaft von Tasiilaq relevant sind.